Doumentation „Gegen den Strom – abgetaucht in Venezuela“

Donnerstag 15.07.2021 | 20:30 Uhr | Columbuspark Löbtau

Im Jahr 1995 versuchte die Gruppe DAS K.O.M.I.T.E.E. einen im Bau befindlichen Abschiebeknast in Berlin-Grünau zu sprengen – wie sie selbst später sagte, legte sie ein Osterei  (https://www.ende-aus.net/2016/10/01/broschuere-als-das-k-o-m-i-t-e-e-ein-osterei-legte-1999/). Doch leider flog die Aktion auf, drei Menschen Thomas Walter (https://thomasrobertwalter.de/), Bernhard Heidbreder und Peter Krauth mussten fliehen. Die Verfolgung der drei über die letzten 26 Jahre durch die deutschen Behörden lässt sich höchstens noch mit der Hatz auf die verbliebenen RAF-Mitglieder vergleichen. Auch den venezolanischen Behörden war das deutsche Ersuchen nach Auslieferung zu viel, als Bernhard Heidbreder im Jahr 2016 in dem Land entdeckt wurde. Trotzdem saß er fast drei Jahre im Gefängnis und wartete auf eine Entscheidung über seine Auslieferung.
Getroffen haben sich die drei in der Autonomen Bewegung im Berlin der 1980er Jahre. sie wohnten im gleichen Hausprojekt, zogen mit zwei anderen ein gemeinsames Kind groß und waren in der Antifabewegung aktiv. Die militanten Aktionen die DAS K.O.M.I.T.E.E in den 90er Jahren ausführte, richteten sich vor allem gegen die internationale Politik der Bundesrepublik, allen voran die Unterstützung für den türkischen Krieg gegen die Kurd*innen. Nach ihrem gescheiterten Angriff im Jahr 1995 flohen die drei über mehrere Stationen, mal gemeinsam, mal alleine nach Venezuela, dass sich damals gerade in einem revolutionären Aufbruch befand und vielen Dissident*innen Unterschlupf bot.
Im Mai 2021 ist Bernhard Heidbreder nun an einem Hirntumor verstorben.
Gemeinsam wollen wir die Dokumentation „Gegen den Strom – abgetaucht in Venezuela“ (https://www.dok-leipzig.de/film/20192287/gegen-den-strom-abgetaucht-venezuela) schauen, die seinen Lebensweg und den seiner Genoss*innen dokumentiert. Was bleibt vom linken Internationalismus und dem Widerstand gegen den deutschen Imperialismus, die DAS K.O.M.I.T.E.E vor 26 Jahren befeuern wollte? Wie gehen linke Bewegungen heute mit Exil und Flucht um, angesichts eines immer noch ungebrochenen Verfolgungswillens gegen militante linke Politik? 
Wir freuen uns auf einen schicken Kinoabend mit euch im Columbuspark.

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