Verhör

Vor dem Verhör

Sobald die Cops dich in ihrer Gewalt haben, werden sie versuchen, dir Informationen zu entlocken. Auf dem Weg zur Gesa (Gefangenensammelstelle) bzw. zum Revier werden Cops womöglich versuchen, dich in Gespräche zu verwickeln. Du befindest dich deshalb bereits jetzt in einer Verhörsituation.

Daher gilt es zu beachten: Immer Klappe halten! Sprich mit anderen Festgenommenen keinesfalls über Aktionen o.ä., maximal über eure Rechte. Mach dir klar, dass alles was du sagst, möglicherweise aufgezeichnet, mitgehört und gegen dich verwendet werden könnte. Cops sind nicht immer als solche zu erkennen und ihre Ermittlungsmethoden nicht immer ersichtlich.

Das Verhör

Die offizielle Vernehmung beginnt mit einer Belehrung über deine Rechte, zudem wird dir mitgeteilt, was dir genau zur Last gelegt wird.

Als Beschuldigte*r bist du ausschließlich zu folgenden Angaben verpflichtet: Name, Adresse, Geburtsdatum, Geburtsort und Nationalität. Familienstand und allgemeine Berufsangabe (z.B. Schüler*in, Angestellte*r, Student*in, aber nicht der*die Arbeitgeber*in) sind Grauzonen, die nicht klar geregelt sind. Mehr nicht!

Hast du deinen Ausweis/Reisepass vorgelegt, musst du auch die oben genannten Angaben nicht nochmal machen, da die Cops diese Informationen ja bereits haben.

Eine einzige Antwort/Bemerkung auf eine Frage/Aussage der Cops kann bereits ein Einstieg in ein Gespräch sein und somit eine Gefahr für dich darstellen. Die Cops sind u.a. geschulte Gesprächspsycholog*innen. Denk daher nicht, sie im Gespräch überlisten zu können. Ignorier scheinbar harmlose Plaudereien der Cops, reagiere mit konsequentem „Ich verweigere die Aussage“ und verlange deine*n Anwält*in. Besonders scheinbar harmlose, oberflächliche Fragen oder das „guter Bulle/böser Bulle-Spiel“ sollen dich dazu bringen zu quatschen! Immer wieder werden die Cops versuchen, dich zu irritieren und/oder dir zu drohen. Versuch, dies so gut wie möglich zu ignorieren, lass dich nicht einschüchtern!

Glaub den Cops KEIN Wort bei Aussagen wie

  • „Aussagen bringen dich schneller raus“ (das Gegenteil ist der Fall, darum konsequente Aussageverweigerung),
  • „Aussageverweigerung wird belastend bewertet“,
  • „… mal außerhalb vom Protokoll“,
  • „Andere haben schon ausgesagt“,
  • „…dann winkt dir Untersuchungshaft“.

… und sonst auch nicht.

Die Cops werden vielleicht sogar behaupten, dass dich nach deiner Aussage ein milderers Urteil erwartet, was die Cops aber weder beeinflussen noch entscheiden können.

Stattdessen ist es die beste Strategie, auf jede Frage monoton und immer wieder mit „Ich verweigere die Aussage“ zu antworten. Die Cops werden dann merken, dass es bei dir keine Informationen zu holen gibt.

Nur die vollständige Aussageverweigerung schützt dich! Machst du auch nur eine einzige Aussage (egal wo), und sei sie noch so unbedeutend, so öffnest du später Richter*innen Tür und Tor für Unterstellungen und Spekulationen. Das heißt bei einer nur teilweisen Aussageverweigerung kann das Gericht unterstellen, warum du auf die anderen Fragen nun gerade nichts sagen wolltest! Was also bedeutet, dass es Teilaussagen in diesem Sinne gar nicht gibt!

Nach dem Verhör

Die Cops fertigen über die offizielle Vernehmung von dir immer ein Protokoll an. Unterschreib keinerlei Dokumente, weder das Vernehmungsprotokoll noch irgendwelche anderen Papiere, die die Cops versuchen dir unterzuschieben!

Sollte noch ein DNA-Test, eine ed-Behandlung oder ähnliches mit dir gemacht werden, verweiger dieses klar und deutlich!