Gefangene | Prisoners

Deutsche Version unten

All over the world people are sitting in jails. Many of them are there because they have tried to survive. Others are there because they were and are politically active. Prison is meant to isolate them from the rest of society, to „teach“ them to obey the rules, to rehabilitate them. But in a broken society like ours, to adapt and to participate means to be broken inside as well. To resist means not to put up with everything, to simply accept all the rules and perhaps to steal rather than starve.

„Antisocial“ behavior is defined by society. And it is also generated by society. Through prohibitions to speak and taboos. Lack of treatment of mental illness, focus on „masculinity“ and „femininity“ and suppression of personality. Through competition and individualization.

We reject the prison. It is a part of exploitation and oppression. Through isolation and torture. Through contact bans and postal control. Through prison work and telephone charges, medical undersupply and permanent surveillance.

No „good“ people come out of prison, only adapted and isolated individuals or better trained criminals. In some cases, however, they are also people who have remained upright and true to themselves.

To break the isolation, it is important to be in solidarity with the prisoners. The best way to do this is to write letters to them, because there is no internet and telephone hours are strictly regulated.

What you write to them is up to you. For a start, a few words of solidarity and solidarity might be enough. Maybe you came across the people or what made you write to them. Information about local events or texts can also be exciting if you know what the person might be interested in. Otherwise, wait for answers and see what happens.

Remember that the letters are controlled by the prisons. Therefore, you do not have to hold back with expressions of solidarity, but under no circumstances should you write anything that could incriminate you OR the detainees.


Weltweit sitzen Menschen in Knästen. Viele von ihnen sind dort, weil sie versucht haben zu überleben. Andere sind dort, weil sie politisch aktiv waren und sind. Der Knast soll sie isolieren vom Rest der Gesellschaft, soll ihnen „beibringen“ sich an die Regeln zu halten, soll sie resozialisieren. Doch in einer kaputten Gesellschaft wie der unseren, heißt sich anzupassen und mitzumachen, ebenfalls innerlich kaputt zu gehen. Sich wehren heißt, sich nicht alles gefallen lassen, alle Regeln einfach hinnehmen und vielleicht lieber zu stehlen als zu hungern.

„Asoziales“ Verhalten wird durch die Gesellschaft definiert. Und es wird auch durch die Gesellschaft erzeugt. Durch Sprechverbote und Tabus. Mangelnde Behandlung psychischer Erkrankungen, Zurichtung auf „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ und Unterdrückung der Persönlichkeit. Durch Konkurrenzkampf und Individualisierung.

Wir lehnen das Gefängnis ab. Es ist ein Teil von Ausbeutung und Unterdrückung. Durch Isolation und Folter. Durch Kontaktverbote und Postkontrolle. Durch Knastarbeit und Telefongebühren, medizinische Unterversorgung und permanente Überwachung.

Aus dem Gefängnis kommen keine „guten“ Menschen, nur angepasste und isolierte Individuen oder besser ausgebildete Kriminielle. In einigen Fällen aber auch Menschen die aufrecht und sich selbst treu geblieben sind.

Um die Isolation zu durchbrechen, ist es wichtig solidarisch mit den Inhaftierten zu sein. Am Besten geht dass, in dem ihr ihnen Briefe schreibt, denn Internet gibt es nicht und Telefonzeiten sind streng reglementiert.

Was ihr ihnen schreibt ist euch überlassen. Für den Anfang reichen vielleicht auch schon ein paar Worte der Verbundenheit und Solidarität. Vielleicht wir ihr auf die Menschen gestoßen seid oder was euch bewogen hat genau ihnen zu schreiben. Informationen zu lokalen Ereignissen oder Texte können auch spannend sein, wenn ihr wisst was die Person vielleicht interessiert. Ansonsten wartet erstmal Antworten ab und guckt was sich ergibt.

Denkt daran, dass die Briefe von den Haftanstalten kontrolliert werden. Darum müsst ihr euch nicht mit Solidaritätbekundungen zurückhalten, aber ihr solltet auf keinen Fall irgendwelche Sachen schreiben, die euch ODER die Inhaftierten belasten könnten.